Arbeiten mit dem Modell

Das St. Galler Management-Modell (SGMM) ist nicht einfach eine Sammlung von Konzepten und Schemen. Es ist vielmehr eine innovative Perspektive, Sprach- und Denkform für die kreative Reflexion des komplexen Zusammenspiels von Umwelt, Organisation und Management. In diesem Sinne versteht sich das SGMM als Reflexionssprache und als Arbeitsinstrument.

Das SGMM lädt Lehrende und Lernende ein, sich in Aus- und Weiterbildung in einem gemeinschaftlichen Effort auf eine Entdeckungsreise zu begeben, die es erlaubt, das Zusammenspiel von Umwelt, Organisation und Management auf neuartige Weise zu sehen und anhand ausgewählter Managementherausforderungen kritisch zu reflektieren.

Genauso möchte das SGMM Management-Verantwortliche motivieren, mit ihren Teams gemeinsam Problemstellungen und Herausforderungen in einer Weise zu bearbeiten, die zusätzliche und neuartige Handlungs- und Entwicklungsspielräume für die Weiterentwicklung der verantworteten organisationalen Wertschöpfung sichtbar und benennbar macht.

Der Aufbau des SGMM ist durch drei Auflösungsebenen gekennzeichnet. Diese Auflösungsebenen sind vergleichbar mit unterschiedlichen Massstäben einer Landkarte. Je nach Auflösungsebene gehen die Ausführungen stärker ins Detail oder versuchen umgekehrt, grundlegende Zusammenhänge zu verdeutlichen. Das Wechseln zwischen den Auflösungsebenen wird als Zooming-in (für mehr inhaltliche Vertiefung und Detailpräzision) und als Zooming-out (für mehr Distanz und Überblick) bezeichnet. Dieses Oszillieren zwischen dem Bestreben, kritische Aspekte eine Problemstellung im Detail zu verstehen und gleichzeitig den Überblick zu behalten, prägt die Alltagspraxis von Management-Verantwortlichen.

Die einzelnen Kategorien der drei Auflösungsebenen werden in dem Masse besser verständlich, in dem die Vertrautheit mit dem gesamten Modell zunimmt. Umgekehrt fördert eine solide Kenntnis der einzelnen Kategorien das Gesamtverständnis des Modells. Das Verständnis des Modells hängt aber nicht nur von einer sorgfältigen Auseinandersetzung mit dem Text und den Visualisierungen ab, sondern ganz besonders von der Bereitschaft, das Modell bei der Bearbeitung von Fragestellungen im eigenen Arbeitskontext auszutesten und anzuwenden.